Seit einiger Zeit ist im Eingangsbereich des Land-und Amtsgerichts Duisburg eine Schleuse eingebaut worden. Der Aufwand dürfte beträchtlich gewesen sein, ich schätze im fünf- bis sechsstelligen Euro – Bereich.
Die Folge für den Bürger: an manchen Tagen, übrigens völlig unkalkulierbar, lange Schlangen, so daß dem rechtssuchenden Bürger nur geraten werden kann, rechtzeitig anzustehen, damit er nicht wegen Verspätung ein Versäumnisurteil oder ein Ordnungsgeld kassiert.
Da die terroristischen Überfälle auf deutsche Amtsgerichte bekanntlich nicht mehr zu zählen sind, ist es nur legitim, daß die Justiz sich schützt.
Als Bürger und Steuerzahler fragt man sich aber, ob der finanzielle Aufwand (nicht nur für die Schleuse selbst, sondern auch für das Personal) gerechtfertigt ist, weil der Effekt -nicht nur für die Sicherheit- mehr als fraglich ist.
So muß man wissen, daß es eine Nebenstelle des Amtsgerichts gibt. Dort sitzen u.a. die Familienrichter und die Vormundschaftsrichter, also die Leute, die es am ehesten mit Durchgeknallten zu tun haben. Wird dort kontrolliert? Nein. (Als Begründung habe ich gehört: dort sei der Einbau einer Schleuse räumlich nicht möglich. Eine “klassisch” unsinnige Behörden-Begründung, zu treffend, um erfunden zu sein.)
Fazit: die Schleuse, ein potemkinsches Dorf!
Selbstredend werden Anwälte, Gerichtpersonen etc nicht kontrolliert. Man muß sich ernsthaft fragen, welchen Wert eine Kontrolle hat, die bei schätzungsweise 50 % des Publikums nicht durchgeführt wird. Haben nicht schon Anwälte Feilen in Gefängnisse geschmuggelt?
Fazit: die Schleuse, ein potemkinsches Dorf!
Welches Selbstverständnis hat eigentlich eine Behörde, die ihre Besucher in aller Öffentlichkeit vor 20 oder mehr interessierten Beobachtern bis aufs Hemd auszieht? Gleichzeitig marschieren andere unbehelligt ein und aus: die Guten oder wer?
Und was passiert eigentlich, wenn diese Leute mal nicht herein, sondern heraus wollen? Weil es brennt oder die Terroristen nicht den Vordereingang benutzt haben?
Und jetzt funktioniert etwas nicht-kratzt dann anschließend die Feuerwehr die verkohlten Leichen von den Treppenstufen?
Ein Trost: zur Not kann man bei der Duisburger Justiz immer noch aus dem Fenster springen.